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Bestattungsvorsorge

Der Bestattungs­vorsorge­vertrag

Alles regeln, bevor Trauer die Sicht trübt. Ein Vertrag zu Lebzeiten schafft Klarheit — für Vertragspartner und Angehörige.

Was das bedeutet

Vertrag zu Lebzeiten.
Leistung im Todesfall.

Stellen Sie sich vor: Es ist drei Uhr nachts, die Trauer steht den Angehörigen ins Gesicht geschrieben, und niemand weiß, welcher Bestatter gerufen werden soll, welche Bestattungsart gewünscht war — und woher das Geld kommen soll. Genau dieser Moment ist der Grund, warum Menschen einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließen.

Der Vertrag ist ein Werkvertrag nach § 631 BGB. Zu Lebzeiten wird mit einem Bestattungsunternehmen vereinbart: Art, Umfang und Kosten der späteren Bestattung. Das Geld fließt auf ein Treuhandkonto, getrennt vom Firmenvermögen.

Die Besonderheit: Er wirkt über den Tod hinaus fort. Die Erben müssen ihn erfüllen — sofern keine Widerrufserklärung vorliegt. Diese transmortale Vertragswirkung unterscheidet ihn von reinen Finanzprodukten.

Tipp

Die Bestattungsverfügung legt persönliche Wünsche fest — finanziert aber nichts. Der Vorsorgevertrag ist zahlungswirksam. Beides ergänzt sich ideal: Verfügung sagt was, der Vertrag sagt wer und wie. Mehr zur Verfügung.

Merke

Nur etwa 40 % der Deutschen haben eine Bestattungsvorsorge. Fast zwei von fünf haben also bereits Klarheit — der Rest überlässt die wichtigsten Entscheidungen im schwärzesten Moment dem Zufall.

Zahlen

Was die Statistik zeigt

0 %
haben eine Bestattungsvorsorge
0 %
lassen Entscheidungen den Angehörigen
ab 0
Mindestkosten einfache Feuerbestattung
0 Tage
Widerrufsrecht bei Fernabsatz

"Die wichtigste Geste ist die, die man zu Lebzeiten macht."

Eine Bestattungsvorsorge ist kein Memento Mori. Sie ist ein Akt der Fürsorge — für die Menschen, die bleiben. Wer heute klare Entscheidungen trifft, schenkt den Angehörigen morgen den Raum zum Trauern statt zum Organisieren.

Rechtsgrundlagen

Das sollte man rechtlich wissen

Werkvertrag (§ 631 BGB)

Der Bestattungsvorsorgevertrag ist ein gemischter Vertrag, der überwiegend dem Werkvertragsrecht unterliegt. Der Bestatter schuldet die vereinbarte Bestattung als Werk. Der Vertragspartner schuldet die vereinbarte Vergütung.

Transmortale Wirkung

Die Pflichten aus dem Vertrag enden nicht mit dem Tod. Die Erben müssen ihn erfüllen — es sei denn, der Vertragspartner hat eine andere Regelung getroffen oder den Vertrag widerrufen.

Bestattungsverfügung

Eine schriftliche Verfügung ist rechtlich wirksam ohne Notar. Sie legt persönliche Wünsche fest — finanziert aber nichts. Mehr zur Verfügung.

Kosten

Wofür geht das Geld bei einer Bestattung hin?

Bestatterleistung
Friedhofskosten
Grabstein/Denkmal
Feier / Blumen
Sonstiges

Wichtig

Das sind Richtwerte. Ein Hamburger Grabplatz kostet anders als einer in Sachsen-Anhalt. Der Bestatterleistungsanteil verändert sich je nach Umfang. Mehr zu den Kosten.

Leistungen

Was ist drin — und was nicht?

Im Vertrag enthalten

  • Überführung vom Sterbeort
  • Hygiene und Versorgung
  • Sarg oder Urne (Standard)
  • Organisation der Trauerfeier
  • Ausstellung der Bestattungsurkunde
  • Behördliche Formalitäten
  • Transport zur Bestattungsstätte
  • Beisetzung oder Urnenübergabe

Nicht enthalten

  • Friedhofskosten (Grab, Einfriedung)
  • Grabstein und Grabeinrichtung
  • Dauerhafte Grabpflege
  • Kirchenmusik, Pfarrer, Kantor
  • Blumenschmuck über Standard
  • Kaffeetafel / Traueressen
  • Todesanzeigen in Zeitungen
  • Auslandsüberführung, Seebestattung

Was kostet eine Bestattung heute?

Einfache Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung: ab 3.000 €. Mit einfachem Grabstein und Friedhofskosten liegt der bundesweite Durchschnitt bei ~7.500 €. Erdbestattung mit Stein und Pflege: 6.000–12.000 €. Jede Region ist anders — Hamburg teuer, Ostdeutschland günstiger.

Alternative

Vorsorgevertrag oder Sterbegeldversicherung?

Bestattungsvorsorgevertrag

Der direkte Weg

Vertrag mit dem Bestatter. Feste Leistungen, feste Kosten. Das Geld liegt auf einem Treuhandkonto. Bei Bedarf wird direkt die vereinbarte Bestattung erbracht.

3.000–8.000 €
in Abhängigkeit von Umfang und Region
  • Leistungsgarantie durch den Bestatter
  • Treuhandschutz möglich
  • Preisgarantie bei Einmalzahlung
  • Keine Wartezeit nötig
  • Transmortale Wirkung
Sterbegeldversicherung

Der finanzielle Weg

Kapitallebensversicherung mit Sterbegeldabsicherung. Die Versicherung zahlt eine vereinbarte Summe aus — aber keine Bestattung. Die Auswahl des Bestatters und die Organisation bleiben den Erben überlassen.

ab ~30 €/Monat
Ratenzahlung, Laufzeit individuell
  • Flexible Verwendung des Geldes
  • Keine Bindung an einen Bestatter
  • Wartezeit: oft 1–3 Jahre
  • Keine Leistungsgarantie
  • Kapitalanlage mit Rendite-Risiko

Entscheidungshilfe

Wer Sicherheit will, dass die Bestattung auch wirklich durchgeführt wird, wählt den Vorsorgevertrag. Wer lediglich Geld für die Erben bereitstellen möchte, kann die Sterbegeldversicherung in Betracht ziehen — am besten in Kombination mit einer Bestattungsverfügung. Alles zur Sterbegeldversicherung.

Zahlung & Kosten

Wie wird der Vertrag finanziert?

1

Einmalzahlung

Die komplette Summe wird bei Vertragsabschluss auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Keine laufenden Beiträge. Sofort vollständig abgedeckt.

2

Ratenzahlung

Monatlich oder jährlich über einen festen Zeitraum. Beitragsfreistellung bei Arbeitslosigkeit, Erwerbsminderung oder Pflegebedürftigkeit ist möglich.

3

Preisgarantie

Leistungsversprechen: Die vereinbarte Bestattung wird unabhängig von Preissteigerungen erbracht. Mehr zu den Optionen.

Sicherheit

So ist das Geld geschützt

Treuhandkonto

Das Geld liegt getrennt vom Bestattervermögen auf einem Treuhandkonto. Erst nach dem Tod wird es über Abtretung an den Bestatter ausgezahlt. Mehr zum Treuhandvertrag.

Bankbürgschaft

Viele seriöse Anbieter sichern die Beträge zusätzlich durch eine Bankbürgschaft ab. Bei Insolvenz des Bestatters springt die Bank ein.

Verbandsmitgliedschaft

Mitgliedschaft im Bundesverband Deutscher Bestatter (BDSV) signalisiert Qualität und verpflichtet zur Treuhandlösung.

Realität

Was passiert, wenn keine Vorsorge besteht?

Emotionaler Stress

Angehörige müssen unter Schock und Zeitdruck Entscheidungen treffen — über Bestattungsart, Bestatter, Kosten. Das belastet zusätzlich.

Finanzielle Unsicherheit

Ohne Rücklagen oder Vorsorge droht dem Sozialamt oder den bestattungspflichtigen Angehörigen ein finanzieller Engpass.

Wünsche bleiben unklar

Wer wusste nicht, was der Verstorbene wollte? Ohne schriftliche Verfügung müssen Angehörige raten — mit dem Risiko, es nicht richtig zu machen.

Kein Preisvergleich

Im Trauerfall vergleicht niemand Preise. Die ersten drei Angebote werden selten hinterfragt — und können um Tausende Euro auseinanderliegen.

Achtung

Fallstricke vermeiden

Wartezeiten

Oft 1–3 Jahre Wartezeit, in der nur der eingezahlte Betrag ausgezahlt wird — nicht die volle Leistung.

Ausschlüsse

Suizid, Unfalltod oder bestimmte Krankheiten sind in den ersten Monaten oft ausgeschlossen.

Nur Sterbegeld, keine Leistung

Manche "Vorsorgen" sind in Wahrheit Kapitallebensversicherungen — sie zahlen nur Geld, keine Bestattung.

Insolvenz ohne Schutz

Ohne Treuhandkonto oder Bankbürgschaft ist das Geld bei Insolvenz des Bestatters verloren.

Keine Änderung möglich

Prüfen Sie vorab: Darf man später Erdbestattung in Feuer, See oder Wald ändern? Erde, Feuer, See, Wald.

Umzug nicht geregelt

Ein Hamburger Vertrag gilt nicht automatisch in München. Fragen Sie nach Übertragbarkeit.

Beitragsanpassung

Bei fondsgebundenen Verträgen können Beiträge steigen, wenn die Kapitalanlage schlecht läuft.

Häufige Fragen

Fragen zum Vorsorgevertrag

Was kostet ein Vertrag?

Je nach Umfang 3.000–8.000 € für eine einfache Feuerbestattung. Ratenzahlungen ab ~50 €/Monat. Die genauen Kosten hängen von Region, Bestatter und gewünschtem Umfang ab — Mehr zu den Kosten.

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Kann man widerrufen?

14 Tage Widerrufsrecht bei Fernabsatz. Danach Kündigung mit Rückzahlung des eingezahlten Betrags (ggf. abzüglich Gebühren). Einige Verträge sind beitragsfrei stornierbar.

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Was passiert beim Umzug?

Prüfen Sie vor Vertragsabschluss die Übertragbarkeit auf andere Bestatter oder Verbände. Einige Verträge sind bundesweit gültig, andere nur regional.

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Was bei Insolvenz des Bestatters?

Mit Treuhandkonto und Bankbürgschaft ist das Geld geschützt. Ohne diese Absicherung gehört es zur Insolvenzmasse — Mehr zum Treuhandschutz.

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Darf man die Bestattungsart ändern?

In der Regel ja. Seriöse Verträge erlauben Wechsel zwischen Erdbestattung, Feuerbestattung, Seebestattung und Baumbestattung ohne große Gebühren.

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Unterschied zum Treuhandvertrag?

Treuhandvertrag: Unabhängige Treuhandgesellschaft hält das Geld. Vorsorgevertrag: Der Bestatter ist Vertragspartner — Mehr zum Vergleich.

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Wer löst den Vertrag aus?

Die Erben oder eine benannte Vertrauensperson. Eine Vollmacht erleichtert die Abwicklung unabhängig von der Erbfolge — Mehr zur Vollmacht.

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Weiter informieren

Vergleichen Sie Bestatter mit Treuhandschutz und Bankbürgschaft. Frühzeitige Planung schützt Sie und Ihre Angehörigen.

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