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Was tun bei einem Todesfall?

Ein Todesfall stellt das Leben auf den Kopf. Diese Schritt-für-Schritt-Checkliste begleitet Sie durch die ersten Stunden und Tage — von der ärztlichen Bescheinigung bis zur Trauerfeier.

Ruhige Szene mit Kerze als Symbol der Trauer
EINSTIEG

Was tun im Todesfall?

Ein Todesfall kommt oft unerwartet — und dann müssen innerhalb kürzester Zeit wichtige Entscheidungen getroffen werden. Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch die ersten Stunden und Tage: von der ärztlichen Bescheinigung über die Organisation der Bestattung bis zu den Formalitäten bei Ämtern und Versicherungen.

Wichtig zu wissen: Sie müssen nichts allein bewältigen. Ein Bestatter übernimmt auf Wunsch viele Aufgaben für Sie — inklusive der Beantragung aller notwendigen Dokumente. Wir helfen Ihnen, den richtigen Bestatter in Ihrer Nähe zu finden.

FAHRPLAN

Die ersten Schritte nach einem Todesfall

Diese vier Aufgaben stehen in den ersten Tagen an — wir begleiten Sie durch jeden Schritt.

Ärztliche Todesbescheinigung auf einem Schreibtisch

Todesbescheinigung

Ein Arzt stellt die Todesbescheinigung aus — Voraussetzung für alle weiteren Schritte.

Professionelles Bestattungsinstitut von außen

Bestatter wählen

Ein Bestatter entlastet Sie bei der Organisation — Bestattungsart wählen und Formalitäten klären.

Versicherungsdokumente und wichtige Unterlagen

Versicherungen melden

Lebens-, Unfall- und Sterbegeldversicherung zeitnah informieren.

Familienmitglieder versammelt in einem ruhigen Garten

Angehörige informieren

Familie, Freunde, Arbeitgeber und wichtige Kontakte benachrichtigen.

CHRONOLOGIE

Die ersten 24 Stunden: Schritt für Schritt

Was in den ersten Stunden nach einem Todesfall konkret zu tun ist — chronologisch geordnet, damit Sie nichts übersehen.

1

Arzt rufen

Im Todesfall sofort einen Arzt verständigen — Hausarzt, ärztlicher Notdienst (116117) oder bei unklarer Todesursache die 112. Nur ein approbierter Arzt darf den Tod offiziell feststellen und die Todesbescheinigung ausstellen. Planen Sie etwa 30–60 Minuten für die ärztliche Untersuchung ein.

2

Engste Angehörige informieren

Benachrichtigen Sie zuerst den engsten Familienkreis: Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister. Persönliche Gespräche oder Telefonate sind besser als Nachrichten. Geben Sie den Menschen Zeit zum Durchatmen — niemand muss sofort alles regeln.

3

Abschied nehmen

Der Verstorbene kann für einige Stunden zu Hause bleiben. Nutzen Sie diese Zeit bewusst — zünden Sie eine Kerze an, öffnen Sie ein Fenster, halten Sie einen stillen Moment. Eine würdige Verabschiedung im eigenen Zuhause ist ein wertvolles Ritual.

4

Bestatter kontaktieren

Je früher, desto besser: Ein Bestatter entlastet Sie ab diesem Punkt massiv. Er übernimmt die Überführung des Verstorbenen, die Organisation der Trauerfeier und einen Großteil der Formalitäten. Viele Bestatter sind rund um die Uhr erreichbar — Sie müssen nicht bis zum nächsten Werktag warten. Zum Bestatter-Finder →

FAHRPLAN

Die erste Woche: Behördengänge & Organisation

Nach den ersten 24 Stunden folgen die formellen Schritte. Auch hier gilt: Ein Bestatter nimmt Ihnen vieles ab.

5

Sterbeurkunde beantragen

Mit der ärztlichen Todesbescheinigung gehen Sie zum Standesamt des Sterbeorts. Beantragen Sie 5–8 beglaubigte Kopien der Sterbeurkunde — jede Bank, Versicherung und Behörde braucht ein eigenes Exemplar. Kosten: ca. 10–15 € pro Kopie. Frist: 3 Werktage nach dem Tod.

6

Versicherungen informieren

Melden Sie den Todesfall bei Lebensversicherung, Sterbegeldversicherung und Unfallversicherung. Die Meldefristen sind knapp: oft 24–72 Stunden. Viele Bestatter übernehmen auch diese Meldungen für Sie — fragen Sie beim ersten Gespräch danach.

7

Trauerfeier planen

Besprechen Sie mit dem Bestatter und der Familie: Ort, Datum, Musik, Reden, Blumen. Ob kirchlich oder weltlich — eine Trauerfeier braucht etwa 5–7 Tage Vorlauf. Persönliche Elemente wie Lieblingsmusik oder Foto-Collagen machen die Feier einzigartig. Zur Planungshilfe Trauerfeier →

8

Arbeitgeber & Rentenversicherung

Informieren Sie den Arbeitgeber des Verstorbenen (für Lohnabrechnung, Betriebsrente). Beantragen Sie bei der Rentenversicherung Hinterbliebenenrente: Witwen-/Witwerrente (55–60 %), Waisenrente für Kinder (10–20 %). Frist: in der Regel keine, aber je früher, desto eher fließt die erste Zahlung.

Die Trauer ist wie eine Welle — manchmal ruhig, manchmal überwältigend. Aber das Meer trägt uns.
Trauerbegleiter-Weisheit
Ärztliche Todesbescheinigung auf einem Tisch
SCHRITT 1

Die ärztliche Todesbescheinigung

Die Todesbescheinigung (auch Totenschein oder Leichenschauschein genannt) ist das erste und wichtigste Dokument nach einem Todesfall. Nur ein approbierter Arzt darf sie ausstellen — in der Regel der Hausarzt oder der ärztliche Notdienst.

Der Arzt untersucht den Verstorbenen und dokumentiert die Todesursache, Todeszeitpunkt und persönliche Daten. Die Todesbescheinigung besteht aus einem vertraulichen Teil (Todesursache, verschlossen) und einem offenen Teil (für die Sterbeurkunde).

Bei einem Todesfall zu Hause: Rufen Sie den Hausarzt oder die 112 an. In Krankenhäusern oder Pflegeheimen übernimmt das Personal die Organisation. Die Leichenschau ist in Deutschland Pflicht — sie darf nicht umgangen werden.

Wichtig: Ohne Todesbescheinigung keine Sterbeurkunde — und damit keine Bestattung, keine Kontoauflösung, keine Versicherungsmeldung.
Sterbeurkunde und offizielle Dokumente
SCHRITT 2

Sterbeurkunde beantragen

Die Sterbeurkunde ist das zentrale Dokument für alle rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten nach einem Todesfall. Sie wird beim Standesamt des Sterbeorts beantragt — in der Regel innerhalb von 3 Werktagen nach Vorlage der Todesbescheinigung.

Was Sie brauchen: Die Todesbescheinigung des Arztes, Ihren eigenen Personalausweis und — falls vorhanden — die Geburts- oder Heiratsurkunde des Verstorbenen sowie dessen Personalausweis.

Beantragen Sie mehrere beglaubigte Kopien (mindestens 5–8 Stück): Banken, Versicherungen, Rentenversicherung und Grundbuchamt verlangen jeweils eine amtliche Kopie. Kosten: etwa 10–15 € pro Exemplar.

Gut zu wissen: Die meisten Bestatter übernehmen die Beantragung der Sterbeurkunde für Sie — als Teil ihres Formalitätenservice. Sie müssen sich darum nicht selbst kümmern. Wir vermitteln Ihnen den passenden Bestatter vor Ort.
DAS WICHTIGSTE

In 3 Schritten: Das müssen Sie jetzt tun

Keine langen Listen. Nur das, was wirklich zählt — kompakt, verständlich, sofort umsetzbar.

Ärztliche Todesbescheinigung

Arzt verständigen & Todesbescheinigung sichern

Der Arzt stellt den Tod fest und füllt die Todesbescheinigung aus — Ihr wichtigstes Dokument für alle weiteren Schritte. Ohne dieses Formular geht nichts. Bei natürlichem Tod reicht der Hausarzt, bei unklarer Ursache muss die Polizei hinzugezogen werden.

Bestatter kontaktieren

Bestatter Ihrer Wahl kontaktieren

Der Bestatter übernimmt ab jetzt die gesamte Organisation: Überführung, Formalitäten, Trauerfeier, Behördenkontakte. Sie müssen nichts alleine stemmen. Ein guter Bestatter ist Ihr Lotse durch die nächsten Tage — er kennt alle Fristen und Abläufe.

Sterbeurkunde beantragen

Sterbeurkunde beantragen & Angehörige informieren

Mit der Todesbescheinigung zum Standesamt — dort erhalten Sie die Sterbeurkunde. Mehrere Kopien bestellen (5–8 Stück). Parallel den engsten Kreis benachrichtigen: Familie, Arbeitgeber, Versicherungen. Der Bestatter unterstützt Sie bei allen Behördengängen.

ZAHLEN & FAKTEN

Todesfälle in Deutschland — Statistiken

1.0 Mio.
Sterbefälle pro Jahr in Deutschland
65%
der Deutschen sterben zu Hause oder im Pflegeheim
4.5 Tsd. €
Durchschnittliche Bestattungskosten
75%
der Angehörigen nehmen Bestatter-Hilfe in Anspruch
KOSTEN & ENTWICKLUNG

Was kostet eine Bestattung in Deutschland?

Erdbestattung 75%

Durchschnittlich 3.500–5.500 EUR je nach Region und Aufwand

Feuerbestattung 50%

Durchschnittlich 2.500–4.000 EUR, meist günstiger als Erdbestattung

Seebestattung 55%

Durchschnittlich 2.800–4.500 EUR, inklusive Überführung und Reederei

Friedwald-Bestattung 40%

Durchschnittlich 1.800–3.500 EUR, abhängig von Baum und Laufzeit

KULTUREN

Wie andere Kulturen mit dem Tod umgehen

Der Umgang mit Tod und Trauer ist weltweit so vielfältig wie das Leben selbst. Ein Blick über den Tellerrand.

Islam

Bestattung innerhalb von 24 Stunden nach dem Tod — ohne Einbalsamierung, ohne Sarg. Der Leichnam wird in weiße Tücher gehüllt und direkt der Erde übergeben. Keine Feuerbestattung.

Hinduismus

Traditionell eine Feuerbestattung am offenen Fluss (Ganges). Die Asche wird dem Wasser übergeben — Symbol der Wiedergeburt und des Kreislaufs.

Buddhismus

Der Tod gilt als Übergang in eine neue Existenz. Feuerbestattung ist üblich, gefolgt von mehrtägigen Gebeten und Meditationen zur Begleitung der Seele.

Judentum

Schlichter Holzsarg ohne Metall, Erdbestattung innerhalb von 24–48 Stunden. Die Trauerzeit ("Schiv'a") dauert 7 Tage — Familie und Freunde besuchen das Trauerhaus.

Christentum (Deutschland)

Erd- oder Feuerbestattung, meist 5–10 Tage nach dem Tod. Trauerfeier mit Pfarrer/in, Blumen und persönlichen Worten. Zunehmend individuelle Trauerfeiern ohne kirchlichen Rahmen.

Säkular / Humanistisch

Weltliche Trauerfeiern ohne religiösen Bezug. Ein/e Trauerredner/in würdigt das Leben des Verstorbenen. Die Wahl der Bestattungsart ist hier besonders frei.

In Deutschland haben Sie das Recht auf eine Bestattung nach Ihren eigenen kulturellen und religiösen Vorstellungen — ein Bestatter hilft Ihnen dabei.

PRAXIS-TIPPS

Praktische Tipps für die ersten Tage

01

Bestatter früh kontaktieren — je früher, desto mehr kann er für Sie erledigen. Er übernimmt Formalitäten, Überführung und Organisation der Trauerfeier.

02

Mehrere Sterbeurkunden bestellen — mindestens 5–8 beglaubigte Kopien für alle Ämter, Banken und Versicherungen.

03

Wichtige Unterlagen sichern — Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Testament, Versicherungsscheine und Bankvollmachten griffbereit halten.

04

Fristen beachten — Sterbeurkunde innerhalb von 3 Werktagen beantragen, Lebensversicherung innerhalb von 30 Tagen melden.

05

Trauerfeier planen — den Ablauf gemeinsam mit dem Bestatter und der Familie besprechen. Musik, Reden und persönliche Elemente frühzeitig abstimmen.

06

Rentenansprüche prüfen — Witwen-/Witwerrente, Waisenrente und Sterbegeld bei der Rentenversicherung beantragen.

HÄUFIG GEFRAGT

Häufige Fragen zum Todesfall

Zuerst einen Arzt rufen — nur ein approbierter Arzt darf den Tod feststellen und die Todesbescheinigung ausstellen. Danach informieren Sie die engsten Angehörigen und kontaktieren einen Bestatter.

Ja, für einige Stunden. Bei einem Sterbefall zu Hause muss der Verstorbene innerhalb von 24–36 Stunden in eine Leichenhalle oder ein Bestattungsinstitut überführt werden. Bei heißen Temperaturen eher.

Mindestens 5–8 beglaubigte Kopien: Banken (Kontoauflösung), Versicherungen, Rentenversicherung, Grundbuchamt, Arbeitgeber, eventuell mehrere für verschiedene Versicherungen.

Das übernehmen Sie als Angehöriger — oder ein Bestatter in Ihrem Auftrag. Die Meldefristen variieren je nach Versicherungsart (meist 24–72 Stunden).

Die Kosten variieren stark je nach Art: Erdbestattungen 3.500–5.500 €, Feuerbestattungen 2.500–4.000 €. Eine Bestattungsvorsorge kann Kosten senken.

Nein. Ein Bestatter übernimmt fast alle Aufgaben für Sie — von der Überführung über die Formalitäten bis zur Trauerfeier. Sie treffen nur die wesentlichen Entscheidungen.

Ehepartner haben Anspruch auf Witwen-/Witwerrente (55–60 % der Rente). Minderjährige Kinder erhalten Waisenrente (10–20 %). Beides muss bei der Rentenversicherung beantragt werden.

UNTERLAGEN

Welche Dokumente brauche ich? Die Checkliste

Diese Unterlagen benötigen Sie für Behörden, Banken und Versicherungen. Sammeln Sie sie frühzeitig — Ihr Bestatter hilft Ihnen bei der Beschaffung.

Sterbeurkunde

Mehrere beglaubigte Kopien beim Standesamt beantragen (5–8 Stück)

Geburtsurkunde

Original oder beglaubigte Kopie des Verstorbenen für Banken und Versicherungen

Heiratsurkunde / Lebenspartnerschaft

Für Ehepartner relevant: für Renten- und Versicherungsansprüche

Testament / Erbvertrag

Falls vorhanden: für die Regelung des Nachlasses und die Eröffnung beim Nachlassgericht

Personalausweis des Verstorbenen

Für Standesamt und Behörden; wird in der Regel eingezogen

Versicherungsscheine

Lebensversicherung, Sterbegeld, Unfallversicherung — Policen und Vertragsnummern bereithalten

Rentenbescheid

Für die Beantragung von Witwen-/Witwer- oder Waisenrente bei der Rentenversicherung

Bankunterlagen & Konten

Kontonummern, Depotauszüge und Bankvollmachten für den Nachlass

Familienstammbuch

Enthält Geburten, Ehen und Sterbefälle — nützlich für Standesamt und Nachlassabwicklung

Weitere Informationen

Verwandte Themen

Wussten Sie schon?

In Deutschland sterben jährlich über eine Million Menschen — etwa 1.030.000 Sterbefälle pro Jahr.

Rund 75 % aller Angehörigen nehmen die Hilfe eines Bestatters in Anspruch — für Formalitäten und Organisation.

Die durchschnittliche Zeit zwischen Todesfall und Bestattung beträgt in Deutschland 5–10 Tage.

Eine Feuerbestattung ist in Deutschland etwa 20–30 % günstiger als eine Erdbestattung.

Etwa 65 % der Deutschen sterben zu Hause oder im Pflegeheim — nicht im Krankenhaus.

Die meisten Bestatter bieten einen kostenlosen Erstberatungstermin an — nutzen Sie diese Möglichkeit für Vergleiche.