
Trauergruppen & Selbsthilfe
Sie sind nicht allein. Trauergruppen, Selbsthilfegruppen und unterstützende Angebote helfen Ihnen, die Trauer zu verarbeiten und neue Kraft zu schöpfen.

Selbsthilfe in der Trauer
Die Trauer nach einem Verlust ist ein individueller Prozess — und manchmal kommt man mit seiner Trauer allein nicht zurecht. Dann kann der Austausch in einer Trauergruppe oder Selbsthilfegruppe helfen.
Selbsthilfe bedeutet: Betroffene helfen sich gegenseitig — auf Augenhöhe, ohne professionelle Therapie. In Trauergruppen finden Menschen, die einen ähnlichen Verlust erlitten haben, einen sicheren Raum, um zu erzählen, zu weinen und zu trösten.
Welche Trauergruppen gibt es?
Ob regional, online oder thematisch — es gibt viele Möglichkeiten, Unterstützung zu finden.

Regionale Gruppen
Treffen in Ihrer Stadt oder Gemeinde — in kirchlichen Gemeindehäusern, Caritas-Zentren oder anderen örtlichen Räumen.

Online-Trauergruppen
Für Menschen ohne lokale Angebote, mobilityseingeschränkte Trauernde oder those, die anonym bleiben möchten.

Spezialisierte Gruppen
Für Verwaiste Eltern, Hinterbliebene durch Suizid, Trauernde nach Kindheitstraumata — thematisch fokussiert.

BVT-Verbände
Der Bundesarbeitsgemeinschaft Trauernder — bundesweit vernetzt, mit lokalen Gruppen und Beratungsstellen.

AGUS Selbsthilfe
AGUS — Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen — bundesweites Netzwerk mit lokalen Gruppen und Informationsangeboten.

Verwaiste Eltern
Spezielle Gruppen für Eltern, die ein Kind verloren haben — ein Ort, an dem niemand verurteilt, sondern verstanden wird.
Wie Sie eine passende Trauergruppe finden
Der Weg zur passenden Unterstützung ist individuell — wir helfen Ihnen, die richtige Gruppe zu finden.
Selbstreflexion
Was brauchen Sie gerade? Sind Sie auf der Suche nach Austausch, Trost, praktischen Tipps oder einer gemeinsamen Aktivität? Machen Sie sich klar, was Ihnen hilft.
Suche starten
Nutzen Sie die BVT-Website, AGUS-Netzwerke oder fragen Sie bei lokalen Caritas- oder Kirchengebäuden nach. Online-Plattformen wie bvt.de/trauer oder agus.de/trauer helfen ebenfalls.
Erstes Gespräch
Sprechen Sie mit den Organisatoren — oft gibt es ein kostenloses Erstgespräch per Telefon oder E-Mail. Fragen Sie nach dem Ablauf, der Gruppengröße und dem Treffpunkt.
Teilnehmen
Kommen Sie zu einem Termin — Sie müssen nicht alles sofort teilen. Oft reicht das Zuhören, um sich besser zu fühlen. Es gibt keine Pflicht zum Reden.
Die Trauer ist wie eine Welle — manchmal ruhig, manchmal überwältigend. Aber das Meer trägt uns. In der Gemeinschaft finden wir Halt, auch wenn der Boden unter uns wackelt.

Trauer-Cafés: Unkomplizierter Austausch
Ein Trauer-Café ist ein einfaches, unkompliziertes Angebot: Täglich offene Treffen an einem festen Ort — oft in Kirchengemeinden, Caritas-Zentren oder öffentlichen Bibliotheken. Es gibt keine Themenpflicht, keine Protokolle, keine Anmeldung nötig.
Die Atmosphäre ist meist gemütlich: Kaffee, Tee, vielleicht kleine Snacks. Die Räume sind ruhig, die Gruppen klein — meist 5–15 Personen. Das Wichtige: Jeder ist willkommen, der einen Verlust erlebt hat — sei es vor Wochen, Monaten oder Jahren.
Wichtig zu wissen: Ein Trauer-Café ist keine Therapiegruppe, sondern eine Selbsthilfe-Basis. Es geht um das Teilen, das Zuhören, das Nicht-allein-sein. Wer sich wohlfühlt, kann später in eine fortgeschrittene Trauergruppe wechseln.

Trauerspaziergänge: Bewegung in der Trauer
Ein Trauerspaziergang ist eine besondere Form der Aktivität in der Trauerbegleitung: gemeinsam gehen, nicht reden müssen — einfach sein und atmen. In der Natur zu sein, dabei ist der Bewegungsrhythmus beruhigend und hilft, Gedanken zu sortieren.
Die Spaziergänge finden meist wöchentlich statt — in Parks, Wäldern oder an Flußufern. Dauer: 60–90 Minuten. Teilnehmerzahl: 8–12 Personen. Es gibt keinen Leistungsdruck — jeder geht so schnell oder langsam, wie er möchte.
Für viele ist ein Trauerspaziergang der erste Schritt weg vom Schreibtisch und hin zur eigenen Kraft — mit der Erkenntnis: Auch in der Trauer kann Bewegung Freude bereiten. Die Sonne auf der Haut, das Rauschen der Blätter — kleine Momente, die Heilung beginnen lassen.
Selbsthilfe in Deutschland — Statistiken
Praktische Tipps für die Teilnahme an Trauergruppen
Schauen Sie bei mehreren Gruppen vorbei — Sie müssen nicht bei der ersten bleiben, die Sie besuchen.
Bringen Sie keine Lösungsansprüche mit — in Trauergruppen geht es ums Zuhören, nicht um Lösungen.
Seien Sie pünktlich — aber kommen Sie auch, wenn Sie sich nicht wohl fühlen — das ist in Ordnung.
Reden Sie nur, wenn Sie möchten — Schweigen ist in Trauergruppen immer erlaubt.
Bleiben Sie, wenn Sie sich wohl fühlen — viele finden ihre "Heimatgruppe" erst nach mehreren Besuchen.
Nutzen Sie die Online-Angebote, wenn Sie keine lokale Gruppe in Ihrer Nähe finden — viele sind anonym.
Häufige Fragen zu Trauergruppen und Selbsthilfe
Nein. Trauergruppen sind Selbsthilfe — kein Ersatz für eine psychologische Therapie, aber eine wertvolle Ergänzung. Wer professionelle Hilfe braucht, findet in Trauergruppen oft gute Verweise.
Nein. Sie können still teilnehmen, bis Sie bereit sind zu reden. Keine Trauergruppe verlangt Pflicht zum Reden.
Meist 60–90 Minuten. Einige Gruppen laufen 6–12 Wochen durch, andere sind dauerhaft offen. Es gibt keine Vorgabe.
Die meisten sind kostenfrei oder spendenbasiert. Manche verlangen eine kleine Spende (5–10 €) für Raum und Snacks.
Nein. Es gibt christliche Gruppen, aber auch konfessionslose, bundesweite Netzwerke wie BVT oder AGUS, die alle Menschen willkommen heißen.
Nein. Es gibt Gruppen für alle Phasen: für die ersten Monate, für die "langjährige" Trauer, für Jahrestage. Es passt sich an.
Viele Trauergruppen haben spezielle Kinderraum-Angebote oder Kinder-Trauergruppen. Fragen Sie bei der Organisation nach.
Passenden Bestatter finden
Vergleichen Sie lokale Bestatter mit Bewertungen und Leistungsprofilen — transparent, kostenlos und unverbindlich.
Bestattersuche startenVerwandte Themen

Trauerbegleitung
Professionelle Unterstützung von zertifizierten Trauerbegleiter:innen — für Menschen, die keine Gruppe besuchen möchten.

Online-Trauergruppen
Online-Angebote für Menschen ohne lokale Anbieter, mobilityseingeschränkte Trauernde oder those, die anonym bleiben möchten.

Trauer nach dem Suizid
Spezielle Unterstützung für Hinterbliebene durch Suizid — ein sensibles Thema mit spezialisierten Gruppen.

Verwaiste Eltern
Gruppen und Beratung speziell für Eltern, die ein Kind verloren haben — ein Ort des Verstehens ohne Urteil.
Wussten Sie schon?
In Deutschland gibt es über 1.500 Trauergruppen — viele bundesweit vernetzt über BVT und AGUS.
Rund 42 % der Teilnehmer:innen in Trauergruppen berichten von einer spürbaren Linderung ihrer Trauersymptome.
Online-Trauergruppen sind besonders bei jüngeren Menschen beliebt — sie machen 35 % der neuen Gruppen aus.
Ein Großteil der Trauergruppen wird ehrenamtlich betreut — oft von Menschen, die selbst einen Verlust erfahren haben.
Die meisten Trauergruppen treffen sich monatlich — aber viele bieten auch Wochenend-Seminare oder Thementage an.
Wussten Sie? Trauergruppen sind nicht nur für Menschen nach dem Tod eines nahen Angehörigen — auch bei Trennung, Arbeitslosigkeit oder Umzügen finden sich viele Menschen in diesen Gruppen.