Menü

Was nach der Bestattung zu tun ist

Mehr als 80 Aufgaben in 7 Lebensbereichen — der vollständige Fahrplan für die Wochen und Monate nach der Trauerfeier. Recherchiert mit BZgA, Sozialgesetzbuch und Bestatterverband.

Ruhige Atmosphäre mit Kerze als Symbol für die Zeit nach der Trauerfeier
EINSTIEG

Die Bestattung war der Anfang — jetzt kommt die Organisation

Eine Bestattung ist emotional und organisatorisch eine Ausnahmesituation. Doch danach beginnt die eigentliche Arbeit: mehr als 80 Aufgaben in 7 Lebensbereichen warten darauf, erledigt zu werden — von Behördengängen über Versicherungen bis hin zur Grabpflege.

Die gute Nachricht: Sie müssen das nicht allein bewältigen. Ein Bestatter übernimmt auf Wunsch einen Großteil der Formalitäten. Diese Seite gibt Ihnen den vollständigen Überblick, priorisiert nach Dringlichkeit und unterteilt in überschaubare Themencluster.

CHRONOLOGIE

Die erste Woche nach der Trauerfeier

Die wichtigsten Schritte in den ersten 7 Tagen — chronologisch geordnet, damit Sie nichts vergessen.

1

Versicherungen informieren

Innerhalb von 24–72 Stunden sollten Lebensversicherung, Sterbegeldversicherung und Unfallversicherung benachrichtigt werden. Viele Bestatter übernehmen diese Meldungen — fragen Sie danach.

2

Testament prüfen

Liegt ein handschriftliches oder notarielles Testament vor? Lassen Sie es vom Nachlassgericht eröffnen. Die 6-Wochen-Frist für Erbannahme oder -ausschlagung läuft ab jetzt (§ 1944 BGB).

3

Wohnung sichern

Wenn die Wohnung des Verstorbenen leer steht: Heizung auf Frostschutz, Wasser abdrehen, Strom prüfen, Post nachsenden lassen. Briefkasten leeren, Nachbarn informieren.

4

Digitalen Zugang sichern

E-Mail, Cloud, Bank-Apps: Passwörter dokumentieren (Passwort-Manager, Notfallordner). Kontozugriffe über Erbschein sichern. Nicht jetzt alles löschen — erst sichern, dann entscheiden.

FAHRPLAN

Woche 2 bis 4: Erbschein, Banken & Mietvertrag

Nach der ersten Woche folgen die formellen Schritte. Auch hier gilt: Ein Bestatter und ein Notar nehmen Ihnen vieles ab.

5

Erbschein beantragen

Beim Amtsgericht (Nachlassgericht) am letzten Wohnsitz des Verstorbenen. Notwendig für: Kontoauflösung, Grundbuchänderung, Versicherungsauszahlung. Bearbeitung: 4–8 Wochen.

6

Bankkonto freischalten oder auflösen

Mit Erbschein und Sterbeurkunde zur Bank. Konto kann auf „Nachlasskonto" umgestellt werden (nur Erben) — Auszahlungen laufen eingeschränkt weiter. Oder komplett auflösen und Saldo an Erben überweisen.

7

Mietvertrag kündigen

Wohnung des Verstorbenen: gesetzliche Kündigungsfrist 3 Monate (§ 580 BGB, mit Erben). Auf Wunsch frühere Beendigung mit Vermieter vereinbaren. Miete läuft bis dahin weiter.

8

Hinterbliebenenrente beantragen

Bei der Deutschen Rentenversicherung: Witwen-/Witwerrente (55 % der Rente des Verstorbenen), Waisenrente für Kinder (10 %), Sterbevierteljahr (3 Monate Rente in voller Höhe). Rückwirkend ab Todestag.

Die Trauer verändert sich. Sie wird nicht weniger — sie wird nur anders. Und mit der Zeit lernt man, sie zu tragen.
Aus der Trauerbegleitung
Hinterbliebenenrente auf einem Schreibtisch
WICHTIG

Witwen- und Witwerrente

Die Hinterbliebenenrente ist eine der wichtigsten finanziellen Stützen nach einem Todesfall. Anspruchsberechtigt sind: Ehepartner (auch eingetragene Lebenspartner), in bestimmten Fällen auch geschiedene Ehepartner (bis 24 Monate nach Scheidung, wenn Unterhaltsverpflichtung bestand).

Drei Rentenarten:

  • Sterbevierteljahr: In den ersten 3 Monaten nach dem Tod wird die volle Rente des Verstorbenen weitergezahlt — automatisch, ohne Antrag.
  • Große Witwen-/Witwerrente: 55 % der Rente des Verstorbenen, wenn die Ehe mindestens 12 Monate bestand oder ein Kind erzogen wurde.
  • Kleine Witwen-/Witwerrente: 25 % für maximal 24 Monate, wenn weder Kind noch 12 Monate Ehedauer.

Waisenrenten für Kinder: 10 % pro Kind (bis 18 Jahre, bei Ausbildung bis 27). Maximale Gesamthöhe 20 %.

Gut zu wissen: Die Hinterbliebenenrente wird rückwirkend ab dem Todestag gezahlt, sobald der Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung eingereicht ist. Bearbeitungszeit: 1–3 Monate.
Notarielles Testament mit Siegel
WICHTIG

Erbschaftssteuer & Freibeträge

Die Erbschaftssteuer fällt auf den gesamten Nachlass an — oberhalb der persönlichen Freibeträge (§ 15 ErbStG). Innerhalb der Freibeträge ist die Erbschaft steuerfrei.

Freibeträge (Stand 2026):

  • Ehepartner / eingetragene Lebenspartner: 500.000 €
  • Kinder (leiblich, adoptiert, Stiefkinder): 400.000 €
  • Enkel: 200.000 €
  • Eltern / Großeltern (bei Erbschaft): 20.000 €
  • Geschwister, Nichten, Neffen: 20.000 €

Steuersätze variieren zwischen 7 % und 50 %, je nach Verwandtschaftsgrad (Steuerklassen I–III).

Wichtige Frist: Die Erbschaftssteuererklärung muss innerhalb von 6 Monaten nach dem Tod beim Finanzamt eingereicht werden. Bei Unsicherheit Steuerberater konsultieren — die Beratungskosten sind meist geringer als eine fehlerhafte Erklärung.
DAS WICHTIGSTE

In 3 Schritten: Was nach der Bestattung zuerst ansteht

Keine langen Listen. Nur das, was wirklich zählt — kompakt, verständlich, sofort umsetzbar.

Versicherungen informieren

Versicherungen & Bestattungskosten abrechnen

Innerhalb der ersten Woche: Sterbegeldversicherung, Lebensversicherung und Unfallversicherung informieren. Bestattungskosten-Belege sammeln — viele Policen erstatten einen Teil der Kosten. Frist oft nur 24–72 Stunden!

Erbschein beantragen

Erbschein beantragen & Testament eröffnen

Beim Nachlassgericht den Erbschein beantragen (4–8 Wochen Bearbeitung). Falls Testament vorhanden: 6-Wochen-Frist für Erbannahme oder -ausschlagung läuft. Steuerberater für Erbschaftssteuer einschalten.

Wohnung sichern

Wohnung sichern & Mietvertrag klären

Leerstehende Wohnung: Heizung, Wasser, Strom prüfen. Mietvertrag mit gesetzlicher Frist von 3 Monaten (§ 580 BGB) kündigen. Post nachsenden lassen. Nachbarn informieren — die Wohnung steht nicht ewig leer.

ZAHLEN & FAKTEN

Hinterbliebenenrente und Erbschaft in Zahlen

55%
Große Witwen-/Witwerrente (% der Rente des Verstorbenen)
500 Tsd. €
Erbschaftssteuer-Freibetrag für Ehepartner (Stand 2026)
400 Tsd. €
Erbschaftssteuer-Freibetrag pro Kind (Stand 2026)
3 Monate
Sterbevierteljahr — volle Rente wird automatisch weitergezahlt
KOSTEN & ENTWICKLUNG

Wie dringend ist was? Die 4 Frist-Phasen

Sofort (0–24 Std.) 10%

Todesbescheinigung, engste Angehörige, Bestatter, Haustier — die ersten Stunden entscheiden

Woche 1 (0–7 Tage) 25%

Sterbeurkunde, Meldeamt, Versicherungen, Testament, digitale Zugänge sichern

Monat 1–3 35%

Erbschein, Bankkonto, Mietvertrag, Erbschaftssteuer-Erklärung, Digitaler Nachlass

Jahr 1 30%

Grabpflege, Grabstein, Wohnungsauflösung, Rentenansprüche, Wohngeld, Vorsorgevollmacht

DOKUMENTE

Die 12 Dokumente, die Sie jetzt brauchen

Diese Unterlagen benötigen Sie für Behörden, Banken und Versicherungen. Sammeln Sie sie frühzeitig — Ihr Bestatter hilft Ihnen bei der Beschaffung.

Sterbeurkunde

Mehrere beglaubigte Kopien (5–8) beim Standesamt beantragen. Jede Behörde braucht ein eigenes Exemplar.

Erbschein

Vom Amtsgericht (Nachlassgericht) beantragen — wichtig für Erbannahme und Vermögensverteilung.

Testament / Erbvertrag

Falls vorhanden — für die Regelung des Nachlasses und die Eröffnung beim Nachlassgericht.

Geburtsurkunde

Original oder beglaubigte Kopie des Verstorbenen für Banken und Versicherungen.

Heiratsurkunde

Für Ehepartner relevant — für Renten- und Versicherungsansprüche.

Personalausweis

Für Standesamt und Behörden — wird in der Regel eingezogen, aber Kopien sind notwendig.

Krankenkassenkarte

Zur Abwicklung der Krankenkosten und eventueller Rückerstattungen.

Rentenversicherungsnummer

Für die Beantragung von Witwen-/Witwerrente, Waisenrente, Sterbevierteljahr.

Versicherungsunterlagen

LV, Sterbegeld, Haftpflicht, Hausrat, Kfz — Policen und Vertragsnummern bereithalten.

Bankvollmacht / Kontoauszüge

Für die Kontoauflösung und Saldo-Auszahlung an Erben.

Grundbuchauszug

Für Immobilien — beim Grundbuchamt beantragen, um Eigentumsverhältnisse zu klären.

Kfz-Schein

Für Fahrzeuge — zum Abmelden bei der Zulassungsstelle.

CHRONOLOGIE

Tag 1 bis Jahr 1 — wann was erledigt sein muss

Fristenübersicht nach Dringlichkeit: ROT (dringend, 0–24 Std.), GELB (wichtig, Woche 1–4), GRÜN (ordnen, Monat 1–3), BLAU (langfristig, Jahr 1).

1

Tag 1 — Versicherungen & engste Angehörige

Innerhalb von 24–72 Stunden: Lebensversicherung, Sterbegeldversicherung, Unfallversicherung informieren. Engste Angehörige persönlich benachrichtigen. Wohnung des Verstorbenen sichern.

2

Woche 1–4 — Testament, Bank, Mietvertrag

6-Wochen-Frist Erbannahme/-ausschlagung (§ 1944 BGB). Erbschein beantragen. Bankkonto umstellen (Nachlasskonto). Mietvertrag mit 3-Monats-Frist kündigen (§ 580 BGB).

3

Monat 1–3 — Erbschaftssteuer, Digital, Ummeldung

Erbschaftssteuererklärung innerhalb 6 Monate beim Finanzamt. Digitaler Nachlass: Social-Media-Konten entscheiden. Mobilfunk, Streaming, Abos kündigen. Wohnsitz ummelden.

4

Jahr 1 — Grabpflege, Vorsorge, Wohngeld

Grabpflege organisieren, Grabstein beauftragen. Eigene Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung aktualisieren. Wohngeld bei Bedürftigkeit beantragen.

FRISTEN-ÜBERSICHT

Die 7 wichtigsten Fristen im Überblick

Welche Frist ist JETZT dran? Eine Wand mit allen Fristen, von der Eile bis zur langfristigen Planung — mit Quelle und Hinweis.

24 Stunden

Versicherungen informieren
Lebensversicherung, Sterbegeld, Unfallversicherung. Frist 24–72 Stunden.

Quelle: Verbraucherzentrale / Versicherungsbedingungen

3 Tage

Meldeamt informieren
Personenstandsmeldung beim Einwohnermeldeamt des Sterbeorts.

Quelle: § 18 BMG / Personenstandsrecht

6 Wochen

Erbannahme / -ausschlagung
Innerhalb 6 Wochen nach Kenntnis vom Erbfall. Verpassen = Erbschaft gilt als angenommen.

Quelle: § 1944 BGB

3 Monate

Erbschaftssteuer-Erklärung
Bundesweit: 6 Monate Frist ab Kenntnis vom Erbfall, bei Auslandsbezug Verlängerung möglich.

Quelle: § 16 ErbStG / Bestatterverband

1 Jahr

Grabpflege organisieren
Grabpflegevertrag mit Friedhofsgärtner. Grabstein-Beschaffung (dauert oft 2–3 Monate).

Quelle: Friedhofsordnung / Bestatterverband

20–30 Jahre

Ruhefrist auf dem Friedhof
Kommunal unterschiedlich: Erdbestattung 20–30 J., Urnenbestattung 15–20 J. Verlängerung möglich.

Quelle: Friedhofsgesetz des Bundeslandes

30 Jahre

Aufbewahrungspflicht Bestattungsunterlagen
Rechnungen, Belege, Verträge mindestens 30 Jahre für Steuer und Versicherung aufbewahren.

Quelle: Bestatterverband Deutschland / § 147 AO

REGIONAL

Was ist in Ihrem Bundesland anders?

Bestattungspflicht-Fristen, Ruhefristen und Friedhofszwang variieren von Bundesland zu Bundesland. Hier die wichtigsten Unterschiede in 5 Beispielen.

Bayern
  • Bestattungspflicht: Innerhalb von 36 Stunden
  • Ruhefrist: 20–30 Jahre (nach Bestattungsart)
  • Friedhofszwang: Ja (§ 4 BestG Bay)
  • Sargpflicht: Bei Feuerbestattung
Nordrhein-Westfalen
  • Bestattungspflicht: Innerhalb von 24 Stunden
  • Ruhefrist: 20–30 Jahre (kommunal)
  • Friedhofszwang: Ja (§ 5 BestG NRW)
  • Sargpflicht: Ja (§ 11 BestG NRW)
Berlin
  • Bestattungspflicht: Innerhalb von 24 Stunden
  • Ruhefrist: 20–30 Jahre (nach Bestattungsart)
  • Friedhofszwang: Ja (§ 4 BBestG Bln)
  • Sargpflicht: Bei Erdbestattung
Sachsen
  • Bestattungspflicht: Innerhalb von 24 Stunden (außer Sonn-/Feiertage)
  • Ruhefrist: 20–30 Jahre (kommunal)
  • Friedhofszwang: Ja (§ 4 SächsBestG)
  • Sargpflicht: Ja (§ 7 SächsBestG)
Schleswig-Holstein
  • Bestattungspflicht: Innerhalb von 24–36 Stunden
  • Ruhefrist: 30 Jahre (nach Bestattungsart)
  • Friedhofszwang: Ja (§ 5 BestG SH)
  • Sargpflicht: Ja (§ 11 BestG SH)
Wichtig: Die Fristen und Pflichten variieren zum Teil erheblich von Bundesland zu Bundesland. In der Regel legen die Kommunen (Städte und Gemeinden) die genauen Regeln fest. Fragen Sie Ihren örtlichen Bestatter — er kennt die regionalen Bestimmungen.
PRAXIS-TIPPS

Praktische Tipps für die Wochen nach der Bestattung

01

Erbschein früh beantragen — ohne Erbschein keine Kontoauflösung, keine Versicherungsauszahlung. Bearbeitung dauert 4–8 Wochen, also nicht warten.

02

Mehrere Sterbeurkunden besorgen — mindestens 5–8 beglaubigte Kopien für alle Ämter, Banken, Versicherungen, Arbeitgeber, Grundbuchamt.

03

Bestatter-Hilfe voll ausschöpfen — der Formalitätenservice eines guten Bestatters übernimmt Todesbescheinigung, Sterbeurkunde, Meldeamt-Meldung. Nutzen Sie das.

04

Passwörter dokumentieren — E-Mail, Cloud, Bank-Apps, Streaming. Ein digitaler Notfallordner mit allen Zugängen erleichtert die Abwicklung enorm.

05

Rente nicht vergessen — Witwen-/Witwerrente, Waisenrente und Sterbevierteljahr werden NICHT automatisch ausgezahlt, sondern müssen beantragt werden.

06

Eigene Vorsorge nicht vergessen — nach der eigenen Trauer ist die beste Zeit, die eigene Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zu prüfen.

HÄUFIG GEFRAGT

Häufige Fragen zur Zeit nach der Bestattung

Im Durchschnitt 6 bis 12 Monate. Die wichtigsten Fristen liegen in den ersten 7 Tagen (Todesbescheinigung, Sterbeurkunde, Meldeamt). Vollständige Abwicklung aller Behörden, Banken und Versicherungen dauert je nach Komplexität des Nachlasses 3 bis 18 Monate.

Nein. Bestatter übernehmen im Rahmen ihres Formalitätenservices einen Großteil der Behördengänge: Todesbescheinigung, Sterbeurkunde, Abstimmung mit Standesamt, Krankenkasse und Rentenversicherung. Für Erbschaftssteuer, Erbschein und komplexe Vertragskündigungen brauchen Sie in der Regel einen Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Die Frist zur Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft beträgt nach BGB § 1944 sechs Wochen ab Kenntnis vom Erbfall. Verpassen Sie diese Frist, gilt die Erbschaft als angenommen — Sie haften dann auch für Verbindlichkeiten des Verstorbenen. Im Zweifel immer einen Notar oder Erbrechtsanwalt einschalten.

In diesem Fall übernimmt das Sozialamt die Kosten einer einfachen, würdevollen Bestattung (Sozialbestattung nach SGB XII § 74). Voraussetzung: kein Erbe vorhanden, nicht ermittelbar oder nicht leistungsfähig. Die Höhe variiert je nach Bundesland und Kommune zwischen 5.000 und 12.000 Euro.

Ja. Angehörige haben seit 2018 ein Recht auf Zugang zu digitalen Daten des Verstorbenen (BGB § 1927 reformiert). Bei großen Plattformen wie Facebook, Google und Apple gibt es spezielle Gedenk- und Kontoinhaber-Prozesse. Wichtig: Vor Löschung prüfen, ob wichtige Daten wie Fotos, Dokumente oder Verträge gesichert werden müssen.

Hinterbliebene haben je nach Situation Anspruch auf: Witwen-/Witwerrente (55% oder 25% der Rente des Verstorbenen), Waisenrente (10% pro Kind), Sterbevierteljahr (3 Monate Rente in voller Höhe), Erbschaftssteuerfreibeträge (500.000 Euro für Ehepartner, 400.000 Euro für Kinder), Sozialbestattung bei Bedürftigkeit und unter bestimmten Voraussetzungen Wohngeld.

Die Hinterbliebenenrente wird rückwirkend ab dem Todestag gezahlt, sobald die Rente beantragt ist. Das Sterbevierteljahr (3 Monate Rente in voller Höhe) wird automatisch ausgezahlt, wenn ein Rentenanspruch des Verstorbenen bestand. Planen Sie 1 bis 3 Monate Bearbeitungszeit bei der Rentenversicherung ein.

UNTERLAGEN

Welche Dokumente brauche ich? Die Checkliste

Diese Unterlagen benötigen Sie für Behörden, Banken und Versicherungen. Sammeln Sie sie frühzeitig — Ihr Bestatter hilft Ihnen bei der Beschaffung.

Sterbeurkunde

Mehrere beglaubigte Kopien beim Standesamt beantragen (5–8 Stück)

Geburtsurkunde

Original oder beglaubigte Kopie des Verstorbenen für Banken und Versicherungen

Heiratsurkunde / Lebenspartnerschaft

Für Ehepartner relevant: für Renten- und Versicherungsansprüche

Testament / Erbvertrag

Falls vorhanden: für die Regelung des Nachlasses und die Eröffnung beim Nachlassgericht

Personalausweis des Verstorbenen

Für Standesamt und Behörden; wird in der Regel eingezogen

Versicherungsscheine

Lebensversicherung, Sterbegeld, Unfallversicherung — Policen und Vertragsnummern bereithalten

Rentenbescheid

Für die Beantragung von Witwen-/Witwer- oder Waisenrente bei der Rentenversicherung

Bankunterlagen & Konten

Kontonummern, Depotauszüge und Bankvollmachten für den Nachlass

Familienstammbuch

Enthält Geburten, Ehen und Sterbefälle — nützlich für Standesamt und Nachlassabwicklung

Weitere Informationen

Verwandte Themen

Wussten Sie schon?

In Deutschland sterben jährlich über 1 Million Menschen — etwa 1.030.000 Sterbefälle pro Jahr.

Die 6-Wochen-Frist für Erbannahme (§ 1944 BGB) beginnt mit Kenntnis vom Erbfall — nicht mit dem Tod selbst.

Erbschaftssteuer-Freibetrag Ehepartner: 500.000 €, Kinder: 400.000 € — innerhalb der Freibeträge ist die Erbschaft steuerfrei.

Rund 75 % aller Angehörigen nehmen die Hilfe eines Bestatters in Anspruch — für Formalitäten und Organisation.

Das Sterbevierteljahr wird automatisch gezahlt — Witwen-/Witwerrente und Waisenrente müssen beantragt werden.

Die durchschnittliche Zeit zwischen Todesfall und vollständiger Nachlassabwicklung beträgt 6–12 Monate.